HU-RSC – Klassifikationssystem für die physische Sicherheit smarter Robotiksysteme
Schwesterpapier zu HU-RAC, gemeinsam unter dem Dach HU-Codex. Adressiert die Humanide GmbH intern, ihre Dienstleister, Lieferanten und Hersteller sowie Einkäufer aus Procurement-Abteilungen.
Zwei Modelle, ein System
Das Humanide-Klassifikationssystem besteht aus zwei nominell unabhängigen, strukturell parallelen Modellen mit asymmetrischer Kopplung: HU-RAC bewertet die digitale Souveränität und Anbieter-Resilienz, HU-RSC die physische Sicherheit gegenüber Personen.
Beide Modelle teilen Architektur, Tier-Skala 1–5, Sechs-Achsen-Logik, Aggregationsprinzip und Erwartungsmatrix-Struktur. Die Strukturparallele ist nicht ästhetisch, sondern methodisch zwingend: Beschaffer sollen ein einheitliches mentales Modell anwenden können. Die externe Kommunikation lautet einheitlich „Dieses Produkt erreicht HU-RAC X / HU-RSC Y".
Drei Bewertungsdimensionen liegen ausdrücklich außerhalb von HU-RSC: digitale Souveränität (Gegenstand von HU-RAC), Cybersicherheit (HU-RAC Matrix 5.3) und funktionale Capability (Anforderungskatalog Teil 5). HU-RSC fokussiert auf Personenschutz im Sinne der ISO-12100-Logik.
Sieben Use-Case-Felder im Fokus
HU-RSC ist auf die Robotik-Anwendungsfelder kalibriert, die im DACH-Mittelstand kurzfristig kommerziell relevant sind:
- Konsumentennahe Robotik — Mäh-, Saug-, Reinigungsroboter (B2C/SoHo)
- Service-Robotik im halböffentlichen Raum — Hotels, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Schulen
- Industrielle Robotik im KMU-Mittelstand — außerhalb klassischer Großindustrie-Sicherheitskäfige
- Outdoor-Robotik — landwirtschaftlich, kommunal, gewerbliche Außenbereiche
- Humanoide Robotik (Pilotphase) — erste Pilotanwendungen im KMU-Bereich
- Assistenzrobotik — persönliche Assistenz, Pflegeunterstützung, Edutainment
- Mobile Logistikrobotik — AGV/AMR im KMU-Logistikkontext
Spezialdomänen wie Medizinprodukte (MDR), kerntechnische Anlagen oder militärische Robotik sind nicht im Skopus.
Wo HU-RSC im europäischen Regelwerk steht
HU-RSC versteht sich als methodisches Orientierungs-Raster über mehrere parallel laufenden Rechtsakte und Normen — nicht als Konkurrent zu ihnen.
- Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 — anwendbar ab 20. Januar 2027. Liefert die zentralen Inverkehrbringer- und Betreiber-Pflichten für die physische Sicherheit.
- KI-Verordnung (EU) 2024/1689 — bei KI-Sicherheitsbauteilen greifen die Hochrisiko-Pflichten (Risikomanagement, Datenqualität, Transparenz, Aufsicht).
- Produktsicherheits- und Produkthaftungsregime — GPSR und die novellierte Produkthaftungsrichtlinie 2024/2853.
- Cyber Resilience Act (EU) 2024/2847 — Update-Mechanik und Mindest-Supportperiode (Art. 13).
- Sicherheitsnormen — ISO 12100, ISO 13849-1, IEC 61508, ISO/TS 15066, ISO 10218-1/2:2025; in Erarbeitung: ISO 25785-1, ISO/IEC TS 22440.
HU-RSC ist explizit darauf angelegt, durch harmonisierte Normen abgelöst zu werden, sobald diese vorliegen.
Sechs Achsen, fünf Tiers
HU-RSC trägt dieselbe Modellarchitektur wie HU-RAC: sechs Bewertungsachsen, eine Tier-Skala 1–5, das Prinzip der stärksten Belastung als Aggregationsregel. Die Tier-Skala misst das nach Schutzmaßnahmen verbleibende Restrisiko, nicht das ursprüngliche inhärente Risiko.
Die fünf Tiers
Die sechs Bewertungsachsen
- 1
Einsatzumgebung
Kontrolliert (Sicherheitskäfig), halbkontrolliert (Privathaushalt, Krankenhausflur, Werkstatt) oder öffentlich-ungeschützt (Park, Gehweg). Sekundärfaktoren: Licht, Bodenbeschaffenheit, Witterung, Lärmpegel, Sichtbedingungen.
- 2
Bauart, Bewegungsraum und kinetisches Schadenspotenzial
Kinetische Energie nach E_kin = ½ m v² (Orientierungswerte aus ISO/TS 15066), Bewegungsraum, Werkzeuge und Aufprallflächen, Stabilität bei Notabschaltung. Bei Humanoiden: das Inverse-Pendel-Problem — Stoppen ist nicht gleich sicher.
- 3
Schadenstypen und Schadensschwere
Mechanisch, thermisch, chemisch, elektrisch, biologisch, psychisch — nach Systematik ISO 12100 Tabelle B.3. Sekundärdimension: Reversibilität (vollständig, langfristig, irreversibel).
- 4
Autonomiegrad
Fünfstufig: A0 (ferngesteuert), A1 (assistiert), A2 (teilautonom), A3 (hochautonom mit Aufsicht), A4 (vollautonom ohne menschliche Letztkontrolle). Misst die Anforderung an die Sicherheitsarchitektur, nicht ihre Erfüllung.
- 5
Sicherheitsarchitektur — dreisäulig
Säule 1: klassische funktionale Sicherheit (ISO 13849, IEC 61508). Säule 2: KI-Sicherheitsarchitektur (KI-VO-Konformität, Erklärbarkeit, Behavioral Safety). Säule 3: Lifecycle-Update-Mechanik (Patchbarkeit, OTA, CRA-Konformität).
- 6
Exponierte Personen und Expositionsfrequenz
Wer ist in welcher Frequenz exponiert? Nur trainierte Mitarbeitende, erwachsene Privatpersonen, gemischte Adressaten, vulnerable Gruppen (Kinder, Senioren, Patienten). Kurze Begegnung vs. dauerhafte Mitanwesenheit.
Aggregationslogik
Die Gesamteinstufung folgt dem Prinzip der stärksten Belastung: Die höchste Achse setzt das Gesamt-Tier. Eine einzelne Achse genügt — ein humanoider Roboter mit Tier-5-Stand- und Sturzpotenzial in Achse 2 erreicht Tier 5 als Gesamt-Tier, auch wenn Achse 4 nur A2 erreicht.
Innerhalb der dreisäuligen Achse 5 greift eine modifizierte Mindest-Floor-Logik: Säule 3 (Lifecycle-Update-Mechanik) zieht erst ab Tier 3 in die Achsen-Aggregation ein, weil CRA-Relevanz und Update-Pflicht-Tragweite bei Tier-1- und Tier-2-Systemen marginal sind. Säulen 1 und 2 werden über alle Tiers nach dem Prinzip der stärksten Belastung aggregiert.
E-Min, E-Plus, R — abgestufte Erwartungen pro Achse und Tier
Pro Achse und Tier definiert HU-RSC drei Erwartungs-Spalten: E-Min (mindestens essenziell, in der Regel rechtlich oder marktstandardmäßig erwartet), E-Plus (aspirationelle Robustheits-Erweiterung), R (Restrisiken-Hinweis als Warnfunktion). Sechs Matrizen — eine pro Achse — bilden das vollständige Profil ab. Beispielhaft die Matrix zur Achse 6 (Exponierte Personen):
| Tier | E-Min — Mindestmaßnahmen | E-Plus — Robustheits-Plus | R — Restrisiken & Warnhinweis |
|---|---|---|---|
| Tier 1 | Nur trainierte Mitarbeitende exponiert; kurze Begegnung, keine dauerhafte Mitanwesenheit. | Dokumentierte Schulungs-Historie; Anwesenheitskontrolle. | Bei Wechsel des Personenkreises Reklassifikation prüfen. |
| Tier 2 | Erwachsene Personen exponiert; ohne vulnerable Gruppen; kurze bis mittlere Mitanwesenheit. | Verhaltensregeln dokumentiert; Zugang von Kindern und Tieren ausgeschlossen. | Tierbegegnungen im Privatkontext nicht vollständig ausschließbar. |
| Tier 3 | Gemischte Adressaten möglich; Kinder/Senioren ausschließbar oder organisatorisch geschützt; mittlere Mitanwesenheit, planbar begrenzt. | Sperrzeiten für sensible Personenkreise; akustische/visuelle Annäherungswarnung. | Spontane Drittpersonen-Anwesenheit — organisatorische Aufsichtspflicht. |
| Tier 4 | Vulnerable Gruppen plausibel oder regelmäßig exponiert; längere oder häufige Mitanwesenheit; dokumentiertes Aufsichts-/Schutzkonzept. | Adaptive Verhaltensanpassung an Personentyp; redundante Personenerkennung. | Spontane Reaktionen vulnerabler Personen nicht vollständig vermeidbar; psychische Schadensfolgen sind Mit-Restrisiko. |
| Tier 5 | Vulnerable Gruppen direkt und dauerhaft exponiert (Pflege, Kinderbetreuung); umfassendes Schutzkonzept mit Aufsichtspersonal; Notfallpräsenz garantiert. | Personenbezogene Adaption (z. B. Patienten-Profile); kontinuierliche Anwesenheitsüberwachung. | Dauerhafter Kontakt mit vulnerablen Gruppen ist regulatorisch und ethisch besonders sensibel — Einsatz nur mit ausdrücklicher Vorab-Beurteilung durch Sachverständige. |
Die vollständigen sechs Matrizen — je eine pro Achse — sind im Impulspapier ausgeführt. Die R-Spalte ist im HU-RSC ausdrücklich als Warnfunktion im Sinne der Sorgfaltspflicht zu verstehen, nicht als Haftungsausschluss.
Business-Kritikalität und Anbieter-Resilienz
Die Tier-Skala 1–5 ist die primäre Bewertungsdimension von HU-RSC. Zwei Sekundärdimensionen ergänzen sie — strukturell parallel zu HU-RAC, inhaltlich sicherheits-spezifisch reinterpretiert.
Business-Kritikalität
A — kritisch: Sicherheits-Vorfall existenzgefährdend für den Betreiber (Betriebsstillstand, schwere Personenschäden, Markteexit).
B — wichtig: Operativ wichtig, aber überbrückbar; Schäden nicht existenzgefährdend.
C — tolerierbar: Ausfall im Toleranzbereich, keine wesentliche Drittwirkung.
Anbieter-Resilienz
R1: etablierter Konzern mit langer Lieferhistorie.
R2: stabiler Mittelständler mit nachweislicher Kontinuität.
R3: Start-up mit erhöhtem Insolvenz- oder Change-of-Control-Risiko. Bei HU-RSC ab Tier 4 nur mit ausgestalteten Kontinuitätsmechanismen vertretbar.
Reklassifikation bei wesentlicher Veränderung
HU-RSC ist dynamisch: Bei einer wesentlichen Veränderung im Sinne der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 wird das Tier neu bewertet. Auslöser sind insbesondere Änderungen an Werkzeugen, Reichweite, Autonomiegrad, KI-Komponenten oder am Einsatzkontext (Erweiterung auf vulnerable Gruppen, Wechsel von kontrollierter in halböffentliche Umgebung).
Reklassifikation ist keine optionale Erweiterung, sondern eine in der Beschaffungsakte dokumentierte Pflicht des Betreibers — sie sichert ab, dass das ursprünglich abgenommene Tier weiterhin trägt.
Mindestkopplung HU-RSC × HU-RAC
Zwischen HU-RSC und HU-RAC besteht eine asymmetrische Mindestkopplung: HU-RSC ≥ 4 verlangt HU-RAC ≥ 3.
Begründung: Ab Tier 4 (hohes Restrisiko) wird Sicherheits-Telemetrie sicherheitsrelevant — wenn Logging, KI-Verhaltens-Aufzeichnung und Update-Auslieferung nicht integritätsgeschützt sind, sind auch die unter HU-RSC Säule 2 und Säule 3 erwarteten Maßnahmen nicht belastbar. Eine HU-RAC-Mindestkapazität ist deshalb Voraussetzung dafür, dass HU-RSC-Tier-4/5-Erwartungen technisch tragen.
Die Kopplung ist asymmetrisch: Hohes HU-RAC erfordert nicht zwingend hohes HU-RSC (ein Datensystem mit hoher Souveränität muss nicht physisch gefährlich sein), aber hohes HU-RSC erfordert ausreichendes HU-RAC.
Anwendung in der Beschaffungspraxis
HU-RSC ist primär für die Beschaffungs- und Procurement-Praxis im DACH-Mittelstand entworfen. Drei Adressatengruppen sind im Blick:
- Humanide GmbH intern — als Inverkehrbringerin ihrer Marken (Mowio, Wuffi, Robofixx, Robokitchen, Omtanke).
- Dienstleister, Distributoren und Hersteller — die Komponenten und Plattformen liefern oder mitdeployen.
- Einkäufer und Procurement-Abteilungen der Kundenorganisationen, die Humanide-Produkte gegen interne Anforderungen prüfen.
Anwendung in vier Schritten: (1) Use-Case-Einordnung in eines der sieben Felder; (2) Tier-Bestimmung über die sechs Achsen mit Aggregationsregel; (3) Anforderungen ableiten aus der Erwartungsmatrix (E-Min als Mindest-Set, E-Plus als Diskussions-Eingabe); (4) Sekundärdimensionen A/B/C und R1/R2/R3 als Kontext-Filter.
Die Tier-Klassifikation darf gegenüber Lieferanten nicht als Zertifizierung dargestellt werden — sie ist eine Beschaffungs-Heuristik und ersetzt nicht die ISO-12100-Risikobeurteilung.
Diskussion erbeten
HU-RSC ist als Impulspapier veröffentlicht — nicht als finalisiertes Modell. Drei Modellbildungsentscheidungen sind in dieser Fassung ausdrücklich vorläufig markiert: die Auswahl der sechs Bewertungsachsen, die Wahl einer HU-RSC-eigenen Tier-Skala mit ISO-Mapping-Tabellen anstelle einer direkten Aggregation existierender ISO-Klassen, und die asymmetrische Mindestkopplung HU-RSC ≥ 4 ⇒ HU-RAC ≥ 3. Alle drei können in v0.3 auf Basis von Praktiker-Rückmeldungen revidiert werden.
Adopter sollten die hier formulierten Aussagen als Tendenzen des aktuellen Modells behandeln, nicht als endgültige Festlegungen. Rückmeldungen aus Beschaffung, Engineering und Normungsarbeit sind ausdrücklich willkommen.
Autorin und Rückmeldungen
Humanide GmbH
Dittmar Müller, Geschäftsführer
Mauritiussteinweg 11, 50676 Köln
E-Mail: info@humanide.com
Telefon: +49 221 922840
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Angaben gemäß § 5 TMG.
Anbieter
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Häufige Fragen
Was ist HU-RSC?
HU-RSC (Humanide Robotics Safety Class) ist die Sicherheits-Säule des HU-Codex. Sie bewertet das physische Schadenspotenzial smarter Robotiksysteme gegenüber Personen anhand sechs Achsen, einer fünfstufigen Tier-Skala und dem Prinzip der stärksten Belastung. Stand: Diskussionspapier v0.2.11 (DE) bzw. v0.2 rev9 (EN), Mai 2026 — ausdrücklich nicht final.
Welche Achsen hat HU-RSC?
Die vorläufig gewählten sechs Achsen sind: Bauart und Mobilität, kinetische Energie, Autonomie- und Entscheidungssicherheit, Mensch-Roboter-Interaktion, funktionale Sicherheit der KI-Komponenten und Lifecycle-Sicherheit. Diese Auswahl ist ausdrücklich als provisorisch markiert und kann in v0.3 nach Praktiker-Feedback revidiert werden.
Was bedeutet die Kopplungsregel „HU-RSC ≥ 4 verlangt HU-RAC ≥ 3"?
Die beiden Säulen sind nominell unabhängig, aber asymmetrisch gekoppelt: Erreicht ein Robotiksystem HU-RSC 4 oder 5 — also ein erhöhtes physisches Restrisiko —, verlangt HU-Codex eine HU-RAC-Bewertung von mindestens 3 für dasselbe System. Die Umkehrung gilt nicht. Die Kopplung ist im HU-RSC-Diskussionspapier v0.2 als asymmetrische Mindestbeziehung definiert.
Ersetzt HU-RSC eine Risikobeurteilung nach ISO 12100?
Nein. HU-RSC ist eine Aggregations-Heuristik für Beschaffung und Lieferantendialog, kein Sicherheits-Engineering-Werkzeug. Eine HU-RSC-Tier-Klassifikation ersetzt keine Risikobeurteilung nach ISO 12100, keine funktionale Sicherheits-Bewertung nach ISO 13849 oder IEC 61508 und keine Konformitätsbewertung nach der Maschinenverordnung. Sie ist eine Vor- oder Begleitschicht, kein Ersatz.
Kann ein kleiner Roboter trotzdem ein hohes HU-RSC-Tier erreichen?
Ja. Größe oder Gewicht allein entscheiden nicht. Maßgeblich ist die kritischste Belastungsdimension — etwa Autonomiegrad, Einsatzumgebung, Mensch-Roboter-Interaktion oder kinetisches Schadenspotenzial relativ zu exponierten Personen. Ein kleiner Roboter in einem belebten Pflegekontext kann eine höhere HU-RSC-Stufe erreichen als ein größerer Roboter in einer eingezäunten Industrieumgebung.
Welche Use-Case-Felder sind im Fokus von HU-RSC?
Sieben Anwendungsfelder mit kurzfristiger kommerzieller Relevanz im DACH-Mittelstand: konsumentennahe Robotik (Mäh-, Saug-, Reinigungsroboter), Service-Robotik im halböffentlichen Raum (Hotels, Krankenhäuser, Pflege, Schulen), industrielle Robotik im KMU außerhalb klassischer Sicherheitskäfige, Outdoor-Robotik (Landwirtschaft, kommunal, gewerblicher Außenbereich), humanoide Robotik (Pilotphase), Assistenzrobotik (Pflege, Edutainment) und mobile Logistikrobotik (AGV/AMR im KMU). Spezialdomänen wie MDR-Medizinprodukte, kerntechnische Anlagen oder militärische Robotik sind ausdrücklich nicht im Skopus.
Wie verhält sich HU-RSC zur Maschinenverordnung und zur KI-VO?
HU-RSC nutzt die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 (verbindlich ab 20. Januar 2027) als zentrale Bezugsquelle für die Inverkehrbringer- und Betreiberpflichten zur physischen Sicherheit. Bei KI-Sicherheitsbauteilen greifen zusätzlich die Hochrisiko-Pflichten der KI-Verordnung (EU) 2024/1689. Weitere methodische Bezugsrahmen sind die Produkthaftungsrichtlinie 2024/2853, die GPSR, der Cyber Resilience Act 2024/2847 (Update-Mechanik und Mindestsupportzeit nach Art. 13) sowie die Sicherheitsnormen ISO 12100, ISO 13849-1, IEC 61508, ISO/TS 15066 und ISO 10218-1/2:2025.
Warum heißt HU-RSC „Diskussionspapier" und nicht „Standard"?
HU-RSC ist explizit als Diskussionspapier veröffentlicht, weil drei Modellbildungsentscheidungen noch nicht final sind: die Auswahl der sechs Bewertungsachsen, die Wahl einer eigenständigen HU-RSC-Tier-Skala mit ISO-Mapping-Tabellen statt direkter Aggregation existierender ISO-Klassen, und die asymmetrische Mindest-Kopplung HU-RSC ≥ 4 verlangt HU-RAC ≥ 3. Alle drei können in v0.3 auf Basis von Praktiker-Feedback revidiert werden. HU-RSC ist außerdem darauf angelegt, mit harmonisierten Normen abgeglichen und bei Bedarf durch sie ersetzt oder ergänzt zu werden, sobald sie vorliegen.
Was steht ausdrücklich außerhalb von HU-RSC?
Drei Dimensionen sind ausdrücklich nicht Gegenstand von HU-RSC: digitale Souveränität (Gegenstand von HU-RAC), Cybersicherheit (HU-RAC Matrix 5.3) und funktionale Capability (Teil 5 des Anforderungskatalogs). HU-RSC fokussiert auf den Personenschutz im Sinne der ISO-12100-Logik. Außerdem außerhalb des Skopus: MDR-Medizinprodukte, kerntechnische Anlagen, militärische Robotik.